< Neues Projekt startet im Januar 2015
21/07/2015 10:11 Alter: 2 Jahre

Bremer Strömungssensoren ermöglichen Energieeinsparung in Kühlhäusern

Start eines neuen Projektes im Juli 2015


Frisches Obst zu jeder Jahreszeit hat seinen Preis. Äpfel werden zum Beispiel bis zu 6 Monaten in Kühlhäusern gelagert. In einem neuen Projekt soll nun die hierzu notwendige Energie reduziert werden. Energie wird nicht nur zur Bereitstellung der Kühlleistung benötigt, sondern insbesondere auch für Ventilatoren, um eine gleichmäßige Luftströmung in jedem Spalt aufrechtzuerhalten. Der Anteil der Lüfter am Gesamtenergiebedarf beträgt etwa 40%.

Hier setzt ein neues vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördertes Projekt an. Um eine sichere und ausreichende Kühlung in jeder Kiste zu garantieren, sind die Lüfter oft überdimensioniert. Eine neue intelligente Regelung soll nun die tatsächlich erzielte Strömung zwischen und in den Kisten messen. Wenn die Kühlung ausreichend ist, wird der für diese Sektion zuständige Lüfter runter geregelt, wenn es Probleme gibt, die Drehzahl erhöht.

Man spart sogar doppelt: Lüfter produzieren Abwärme. Wenn die Lüfter weniger Energie umsetzen, muss die Kühlung auch weniger Wärme aus dem Lager abführen. Der Feuchtigkeitsverlust und damit Gewichtsverlust der Ware durch Verdunstung wird ebenfalls reduziert.

Gleichzeitig wird anhand einer genauen Messung der Strömungsverhältnisse das Design der Kisten optimiert. Die Luftführung im Raum soll ebenfalls durch zusätzliche Leitbleche optimiert werden.

Das Projekt mit den Namen „COOL“ wird vom Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim e.V. koordiniert. Erfahrene Biologen werden die Auswirkung von Strömungsänderungen auf die Früchte untersuchen, Verpackungen optimieren und ein Computermodell der Strömung erstellen.

Der Aufbau von miniaturisierten Strömungssensoren ist seit 10 Jahren eine der Kernkompetenzen des IMSAS. Ein neues Chip-Design soll nun die Strömungen in unterschiedliche Richtungen mit Betrag und Winkel messen. Damit wird eine genauere Analyse des Strömungsprofils möglich. 20 oder sogar 100 Sensoren sollen für die ersten Messungen eingesetzt werden. Das geht natürlich nur mittel drahtloser Übertragung, dazu wird der Sensor mit einem neuen Funkmodul von micorsensys verbunden. Daneben wird das Projekt mit einer Laufzeit von 2 ½ Jahren von einem weiteren Forschungspartner und insgesamt 5 Industrieunternehmen unterstützt.

Pressemitteilung des Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim e.V. vom 21.7.2015